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Wayne Goodchild
Wayne Goodchild Senior Editor
Faktencheck von: Vita Stevens
Aktualisiert: August 14, 2026
Rezension zu „Slay the Spire 2“: Ein gewaltiger Deckbuilder, der in seinem eigenen Schatten gefangen ist
Image credit: Eneba Hub

Das erste „Slay the Spire““, das 2019 von Mega Crit veröffentlicht wurde, hat das Genre der Roguelike-Deckbuilder zwar nicht ins Leben gerufen, ihm aber zweifellos einen kräftigen Schub verliehen. Es führte die, offen gesagt, geniale Idee ein, dem Spieler den nächsten Angriff eines Gegners vorwegzunehmen, und fügte damit einem Genre, das sich bislang weitgehend auf Zufallsgeneratoren und reines Glück verlassen hatte, eine willkommene strategische Ebene hinzu.

Beim Starten von „Slay the Spire 2“, das Anfang März 2026 in den Early Access ging, stellt sich sofort ein Déjà-vu-Gefühl ein – der Startheld ist wie im ersten Spiel der „Ironclad“. Die Startkarten sind nahezu identisch, die Benutzeroberfläche weist ein sehr ähnliches Layout wie das Original auf, und der Grafikstil ist, obwohl verfeinert, im Grunde ebenfalls ein Echo des ersten „Slay the Spire““. Wenn Mega Crit auf Nostalgie setzt, um die Fortsetzung zu verkaufen, geht das Unternehmen den richtigen Weg. 


Meine Rezension zu „Slay the Spire 2“ untersucht genau, ob Nostalgie alles ist, was die Fortsetzung zu bieten hat, oder ob es ihr gelingt, ebenso innovativ zu sein wie das Original. 

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TL;DR – Überblick über die „Slay the Spire 2“-Rezension

Bevor wir uns in die Details des Deckbaus und der Reliktjagd vertiefen, hier ein kurzer Überblick darüber, was euch in dieser „Slay the Spire 2““-Rezension erwartet.

FunktionDetail
GenreRoguelike-Deckbuilder
KernmechanikKlettern, kämpfen, sterben und verbessern
Größte StärkeAusgereifte Spielmechanik und verbesserte Grafik
Größte SchwächeBalance im Early Access und ein allzu vertrautes Spielgefühl
Eindeutiges FazitEine mögliche Weiterentwicklung einer Erfolgsformel
Am besten geeignet fürStrategiefans und Kartenspiel-Veteranen

„Slay the Spire 2“-Test: Schritt für Schritt

Der Kern des Spielablaufs ist derselbe wie eh und je: Man beginnt jeden Durchlauf am Fuße des Spires, wobei jeder Akt aus einer verzweigten Karte besteht, die Schätze, unbekannte Ereignisse, Elite-Monster und möglicherweise den Tod verspricht. Der kartenbasierte Kampf erfordert nach wie vor, dass du Angriff und Verteidigung gegen vorhersehbare Angriffe abwägst, wobei Karten Energie kosten (du beginnst jede Runde mit 3 Energie, kannst diese aber mit Karten und Relikten aufstocken). Nach jedem Kampf kannst du Gold und Tränke einsammeln und dein Deck um neue Karten erweitern.

Das ist alles in Ordnung, denn an diesem Konzept gab es nichts zu verbessern. Unter den besten Strategiespielen auf dem Markt schafft es „Slay the Spire 2“ dennoch, sich dank seines „Nur noch eine Runde“-Gefühls abzuheben; du sammelst Relikte, die deine Strategie im Handumdrehen komplett verändern können, und schließlich musst du dich Bossen stellen, die alles auf die Probe stellen, was du gelernt hast, um zum nächsten Akt vorzudringen. 

Altes Gameplay, neue Ideen

Gameplay-Ansicht aus „Slay the Spire 2“

So weit, so ähnlich – was ist hier also wirklich neu? Während die spielbaren Charaktere „Ironclad“, „Silent“ und „Defect“ zurückkehren, gibt es zwei Neuzugänge: den „Regent“ und den „Necrobinder“. Der „Necrobinder“ aus „Slay the Spire 2“ sticht besonders hervor und führt komplexe Mechaniken zum Beschwören von Dienern sowie ein neues Ressourcensystem („Erschöpfung“) ein, das euch dazu zwingt, eure Kartenverwaltung neu zu überdenken.

Der „Regent“ bietet einen ganz eigenen Charaktertyp und nutzt die Ressource „Stars“ sowie das neue Schlüsselwort „Forge“, um das Kartenmanagement auf eine Weise zu beeinflussen, die im Originalspiel nur angedeutet wurde. Der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich an diesen neuen Charakteren habe, ist, dass „Slay the Spire 2“ sie hinter dem Spielfortschritt versteckt, anstatt sie gleich zu Beginn ins Spiel zu bringen. 

Apropos Freischaltungen: Es gibt ein „Epochen“-Fortschrittssystem, das beispielsweise sicherstellt, dass man einen Durchlauf mit der Begegnung mit einem bestimmten Charakter (wie Neow) beginnt, oder neue spielbare Charaktere und Karten freischaltet. Es bietet zudem Hintergrundinformationen und so etwas wie eine übergreifende Geschichte über den Spire und seine Bewohner.

Slay the Spire 2: Die Karte verbessern

Genau wie im Original verändern neue Karten und Relikte die Strategien und machen dieses Spiel zu einem der derzeit besten Deckbau-Spiele (ich habe zum Beispiel Akt 2 mit einem „Drachen-Tränen“-Relikt begonnen, das mir zwei zusätzliche Energiepunkte einbrachte, wenn ich eine vorherige Runde mit ungenutzter Energie beendet hatte). Mir gefällt auch das neue Schlüsselwort „Sly“ für den Charakter „Silent“, da sie dadurch Karten kostenlos ausspielen kann, wenn diese abgelegt werden.

Die wichtigste gute Nachricht ist, dass es nicht lange dauert, bis brandneue Karten in einem Durchlauf auftauchen; einer meiner persönlichen Favoriten ist ein Ei (das ich bei einem der Mystery-Events gefunden habe), das man entweder essen kann, um HP zu erhalten, oder später ausbrüten kann. Ich entschied mich für Letzteres und erhielt schließlich einen Vogel als Begleiter, der Gegner angreifen kann, ohne Energie zu kosten.

Eine subtile Verbesserung

Während meiner Rezension zu „Slay the Spire 2““ wurde ich das Gefühl nicht los, dass es sich sehr nach einer überarbeiteten Version des Originals anfühlte. Auch wenn das zunächst ein wenig enttäuschend ist, werden doch allmählich subtile Unterschiede deutlich. Der Spielfortschritt fühlt sich zum Beispiel schneller an als zuvor, und – ob nun durch Glück oder beabsichtigt – habe ich schneller an mächtigere Karten gelangt als im ersten „Slay the Spire““.

Auch die Grafik ist insgesamt ausgefeilter, behält aber weiterhin den vertrauten Stil mit groben Pinselstrichen bei. Es ist außerdem erwähnenswert, dass man als Early-Access-Version (ich habe Version 0.98.2 getestet) wahrscheinlich auf einige optische Ecken und Kanten stoßen wird, wie zum Beispiel Platzhaltergrafiken. Für diejenigen, die bei ihren Lieblings-Indie-Spielen Wert auf Ästhetik legen, ist es kein riesiger Fortschritt gegenüber dem ersten „Slay the Spire““, aber der Unterschied ist spürbar.

Erklimme den Turm mit Freunden

Slay the Spire 2 – Mehrspieler-Modus

Diese Rezension zu „Slay the Spire 2“ wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auf eine der wenigen offensichtlichen Neuerungen eingehen würde: „Slay the Spire 2“ unterstützt nun bis zu vier Spieler. Dieser Modus bietet gemeinsame Kämpfe und erfordert intensives Teamwork sowie strategische Koordination, um zu überleben, auch wenn es derzeit noch schwierig ist, Kartensynergien zwischen den Charakterklassen zu finden (außerdem gibt es im Moment nur wenige generische Karten, die ausschließlich im Mehrspielermodus verfügbar sind). 

Es gibt jedoch einige nette Details, wie zum Beispiel, dass Truhen pro Person ein Relikt enthalten und man anklicken kann, welches man haben möchte. Dadurch wird das Symbol deines Charakters darauf platziert, und sobald jeder eines markiert hat, werden sie verteilt. Konflikte werden durch eine wirklich niedliche „Stein, Papier, Schere“-Animation gelöst.

Dennoch ist anzumerken, dass sich die Koordination in dieser Early-Access-Phase noch etwas holprig anfühlen kann und es deutliche Einschränkungen beim Ablauf des Multiplayer-Modus gibt (wie zum Beispiel Spielerausfälle und Karten, die in kurzen Rückkopplungsschleifen hängen bleiben). Es ist eine sinnvolle Ergänzung, aber es braucht definitiv noch etwas Zeit, um mit den besten Koop-Spielen auf dem Markt mithalten zu können.

Der ewige Wiederspielbarkeitskreislauf

Der Wiederspielwert ist das A und O aus „Slay the Spire 2““. Selbst als Early-Access-Version könnte man dieses Spiel dank zufälliger Durchläufe, prozeduraler Begegnungen und der schieren Anzahl an Kartenkombinationen jahrelang spielen und immer noch neue Builds entdecken. Mega Crit hat erklärt, dass es keinen konkreten Entwicklungsplan für „Slay the Spire 2“ gibt, vor allem weil man sich bei der Gestaltung der Entwicklung auf die Spieler verlässt.

Wie jedes gute Roguelike-Spiel setzt auch „Slay the Spire 2“ auf Experimentierfreude und wiederholte Versuche. Das Entdecken optimaler Builds ist Teil des Spielspaßes, und der sich steigernde Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass man sich nie zu sehr einpendelt. 

Wenn du Hilfe brauchst, schau dir doch mal ein paar „Slay the Spire““-Tipps aus der Community an, die dir helfen, die ersten Akte zu überstehen. Diese Tiefe ist der Grund, warum das Spiel oft mit physischen Brettspielen verglichen wird, die auf Videospielen basieren (übrigens ist auch das erste „Slay the Spire““ als Koop-Brettspiel erhältlich).

Fortsetzung oder aufgeblasener DLC?

Slay the Spire 2 – Karte

Im Zuge meiner Rezension zu „Slay the Spire 2“ bin ich auf eine zunehmende Debatte unter Spielern gestoßen: Handelt es sich hierbei um eine echte Fortsetzung oder lediglich um eine Erweiterung? Einige Kritiker und Spieler haben angemerkt, dass sich die Fortsetzung eher wie eine ausgefeilte Weiterentwicklung anfühlt als wie eine grundlegende Neugestaltung. Dem kann ich nicht widersprechen … aber gleichzeitig kann ich dem auch nicht voll und ganz zustimmen.

  • Vorteile: Deutlich verbesserte Spielsysteme, spannende neue Mechaniken und Charaktere wie der Necrobinder sowie eine deutlich bessere Präsentation.
  • Nachteile: Der Spielablauf ist sehr vertraut, und einige Designänderungen sind auffallend konservativ.

Stattdessen liegt „Slay the Spire 2“ irgendwo dazwischen. Es ist eine ausgefeilte Weiterentwicklung, die die Welt erweitert, ohne die Grundlagen zu zerstören, die das Spiel so großartig gemacht haben. Ich muss auch erwähnen, dass es diesmal so wirkt, als gäbe es mehr Humor: Bei einem Ereignis findet man ein Buch mit den „Top 3 Strategien, um den Spire zu besiegen“, das Ratschläge wie „Blockieren ist was für Feiglinge“ enthält.

Anlaufschwierigkeiten im Early Access

Man sollte nicht vergessen, dass sich „Slay the Spire 2“ derzeit im Early Access befindet. Es ist kein fertiges Produkt, und Mega Crit weiß noch nicht, wann die Version 1.0 bereit sein wird. Daher wirst du auf Probleme mit der Spielbalance, Platzhalterelemente oder Inhalte stoßen, die noch etwas unausgereift wirken. Ihr beteiligt euch an der Entwicklungsreise, also passt eure Erwartungen entsprechend an.

Mein Gesamtfazit zu „Slay the Spire 2““: Der Turm muss noch weiter renoviert werden

Enebameter 7.5/10

Letztendlich hebt sich „Slay the Spire 2“ nicht sonderlich von seinem Vorgänger ab. Die gute Nachricht ist, dass der erste Teil eine hervorragende und solide Grundlage bildet, auf der man aufbauen kann, und dass sich die Fortsetzung noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet. Auch wenn es sich schon jetzt lohnt, das Spiel zu spielen, wird es in ein paar Monaten sicherlich noch besser sein.

Als Fazit zu meiner Rezension aus „Slay the Spire 2“ möchte ich sagen, dass es für eine Early-Access-Version überraschend ausgereift ist und angesichts der aktuellen Inhaltserweiterungen eine durchdachte Weiterentwicklung des Deckbuilder-Genres zu sein scheint.

VorteileNachteile
✅Innovative neue Charaktere wie der Necrobinder

✅Verbesserte Grafik und Animationen

✅Unterhaltsamer und herausfordernder Koop-Modus
❌Die Balance im Early Access muss noch überarbeitet

werden ❌Das Kern-Gameplay ist fast identisch mit dem ersten Teil
  • Ideal für: Strategie-Veteranen, die sich tiefgreifendere Mechaniken und eine hochwertigere Umsetzung wünschen.
  • Weniger geeignet für: Spieler, die sich eine radikale Abkehr vom Gameplay des Originals erhofft hatten.
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