Nioh 3-Testbericht – Die ultimative Prüfung für Geschicklichkeit und Geduld
In den letzten zwei Wochen habe ich mich von der japanischen Folklore ordentlich auf die Nase fallen lassen – und ich habe jede Sekunde davon genossen. Es hat mir offensichtlich so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, eine Rezension zu „Nioh 3“ zu schreiben.
Nach den straffen, missionsbasierten Strukturen der Vorgängerspiele bin ich mit einer gesunden Portion Skepsis an „Nioh 3“ herangegangen. Die Umstellung eines präzisen Action-RPGs auf ein Open-World-Format ist ein enormes Risiko. Bei „Elden Ring“ hat es funktioniert, aber die „Nioh“-Reihe hat sich schon immer auf eine ganz bestimmte Art von klaustrophobischer Intensität verlassen, die sich nicht immer auf weitläufige, offene Räume übertragen lässt.
„Nioh 3“ stellt nicht nur meine Reflexe auf die Probe. Es testet meine Geduld, meine Anpassungsfähigkeit und wie oft ich bereit bin, nach einer brutalen Niederlage wieder aufzustehen. Es gibt noch so viel mehr, worauf ich eingehen möchte – von Änderungen im Kampf bis hin zur Welt selbst –, also scrollt weiter, und ich werde alles, was ich erlebt habe, im Detail erläutern.
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TL;DR – Überblick über den Nioh 3-Testbericht
- Die Welt: Ersetzt die alten Missionsauswahlmenüs durch weitläufige „Open Field“-Regionen, die historische Epochen miteinander verbinden.
- Kampfwechsel: Führt das „Dual Path“-System ein – sofortiger Wechsel zwischen einem robusten Samurai und einem agilen Ninja.
- Das „2026 Meta“: Bietet Sprungmechaniken und Luftkämpfe, die aus der Arbeit des Studios an „Wo Long“ stammen.
- Fortschritt: Nutzt Gebietslevel und einen überarbeiteten Kartenbildschirm, um die Erkundung zu leiten, ohne den Spieler an die Hand zu nehmen.
- Plattform-Technologie: Optimiert für die Hardware von 2026 mit nahezu sofortigem Laden und 60 FPS auf PC und PS5.
Nioh 3-Test – Der Kampf ist nach wie vor der Star der Show

Glücklicherweise hat Team Ninja nicht einfach nur eine „größere“ Fortsetzung entwickelt – sie haben den gesamten Spielablauf der Serie neu konzipiert. Durch die Einführung eines Dual-Stance-Systems, mit dem man im Handumdrehen zwischen einem schwerfälligen Samurai und einem blitzschnellen Ninja wechseln kann, haben sie eine Ebene taktischer Flexibilität hinzugefügt, die die Vorgänger fast schon einengend wirken lässt.
Das ist ein mutiger Schritt nach vorn, der diesen Titel fest unter die besten derzeit erhältlichen Soulslike-Spiele einreiht.
Kampf-Revolution: Stance-Wechsel 2.0
Der Kern von Nioh war schon immer die Aggression. Während sich viele Spiele wie „Elden Ring“ auf Geduld und vorhersehbare Angriffe konzentrieren, belohnt „Nioh 3“ technische Meisterschaft und überwältigenden Druck. Die klassischen High-, Mid– und Low-Stellungen kehren für die Samurai-Seite zurück, teilen sich das Rampenlicht nun jedoch mit einem völlig eigenständigen Ninja-Modus.
Wenn man zum Ninja-Pfad wechselt, verändert sich der Spielablauf. Man verliert zwar die „Ki-Pulse“-Mechanik, gewinnt dafür aber unglaubliche Beweglichkeit und eine eigene Taste für Ninjutsu-Werkzeuge wie Kunai, Rauchbomben und Elementar-Shuriken.
Dieser Stil ist auf „Hit-and-Run“-Taktiken ausgelegt und ermöglicht es dir, mobil zu bleiben, während du die Lebenspunkte eines Gegners aus der Ferne zermürbst. Das sorgt für ein Spielerlebnis, das selbst unter den besten Action-RPGs auf dem Markt herausragt.
Die Symphonie des Wechsels
Die Magie entsteht, wenn man beginnt, die Spielstile miteinander zu verweben. Meiner Erfahrung nach ist der effektivste Weg, mit den neuen Elite-Yokai umzugehen, die „Samurai – Hohe Haltung“ zu nutzen, um ihre Deckung zu durchbrechen, und dann sofort in den Ninja-Modus zu wechseln, um eine Luftkombo auszuführen oder Projektile auf sie niederprasseln zu lassen.
Dadurch entsteht ein Spielfluss, der in diesem Genre seinesgleichen sucht. Man reagiert nicht nur auf die Angriffsmuster der Bosse, sondern bestimmt aktiv den Rhythmus des Duells. Der Schwierigkeitsgrad bleibt hoch – man muss damit rechnen, häufig gegen einfache Gegner zu sterben, wenn man übermütig wird –, aber die verfügbaren Werkzeuge fühlen sich mächtiger und ausdrucksstärker an als je zuvor.
Welt und Fortschritt in Nioh 3

Samurai vs. Ninja – Eine bahnbrechende Veränderung
Das „Dual Path“-System ist keine Spielerei. Es ist das Rückgrat deines Charakteraufbaus. In früheren Titeln musstest du dich oft zwischen einem tankartigen Krieger und einem „Glass-Cannon“-Magier entscheiden. In „Nioh 3“ ermutigt dich das Spiel, beides zu sein. Diese Tiefe ist der Grund, warum es 2026 eines der Spiele war, auf die ich mich am meisten gefreut habe.
Die Samurai-Haltung ist dein Anker. Hier verbringst du deine Zeit während Bosskämpfen, wartest auf Paraden und verwaltest dein Ki. Sie fühlt sich schwer, geerdet und für Serienveteranen vertraut an.
Auf der anderen Seite ist die Ninja-Haltung auf Mobilität ausgelegt. Da dieser Modus nicht auf Ki-Impulse angewiesen ist, zwingt er dich dazu, deine Ausdauer auf eine viel traditionellere Weise zu verwalten, was einen ständigen mentalen Wechsel erfordert, der dafür sorgt, dass sich das Gameplay nie langweilig anfühlt.
Die offene Welt erkunden
Team Ninja bezeichnet die neue Kartenstruktur als „Open Field“. Sie ist dichter und vertikaler angelegt als die Welt von „Elden Ring“. Anstelle weitläufiger, leerer Ebenen ist die Welt vollgepackt mit feindlichen Stützpunkten, versteckten Schreinen und „Crucibles“ – verwinkelten Mini-Dungeons, die die Region reinigen, sobald man den darin befindlichen Wächter besiegt hat.
Diese Vertikalität und der Fokus auf Erkundung machen es zu einem der besten Samurai-Spiele, die je entwickelt wurden.
Das Spieltempo ist überraschend straff. Man wandert nicht einfach ziellos umher; die Welt ist durch „Area Levels“ unterteilt, die einen zum nächsten wichtigen Handlungsschwerpunkt führen und gleichzeitig reichlich Raum für Nebenaktivitäten lassen.
Das Boss-Design ist nach wie vor erstklassig und präsentiert einige der groteskesten und fantasievollsten Yokai, die die Serie je gesehen hat. Der Übergang von der Erkundung in diese Boss-Arenen ist nahtlos, wodurch die Ermüdung durch „Nebelwände“ aus früheren Spielen vermieden wird.
Die „Crucibles“ in Nioh 3: Erkundung mit hohem Einsatz

Eine der cleversten Änderungen in Nioh 3 ist der Umgang mit Nebeninhalten. Die „Crucibles“ sind im Wesentlichen konzentrierte Schwierigkeitsherde. Betritt man einen davon, wird eine Sperre ausgelöst, die einen zwingt, in einer engen, mit Umweltgefahren gespickten Arena gegen Wellen von Gegnern oder einen Miniboss zu kämpfen.
Beim Absolvieren dieser Aufgaben geht es nicht nur um Beute. Es werden neue Schnellreisepunkte freigeschaltet und versteckte Abkürzungen aufgedeckt, die das Durchqueren des vertikalen „Open Field“ erheblich erleichtern. Es fühlt sich wie eine natürliche Weiterentwicklung der „Dark Realm“-Mechanik aus Nioh 2 an, die jedoch auf eine gewaltige Größenordnung ausgeweitet wurde.
Beute, Builds und Anpassungsmöglichkeiten in Nioh 3

Mode und Funktionalität
Wer Nioh 2 gespielt hat, kennt das Problem mit der Beute. Man beendete eine Mission und musste 400 Ausrüstungsgegenstände durchsehen. Nioh 3 geht dieses Problem direkt an – mit einer neuen Auto-Equip-Funktion und einem deutlich intelligenteren Beutefilter.
Du kannst das Spiel nun anweisen, alles unterhalb einer bestimmten Seltenheits- oder Werteschwelle automatisch zu verwerfen, wodurch du länger im Geschehen bleibst.
Tiefe für Hardcore-Spieler
Für alle, die die „Tabellenkalkulations“-Seite von RPGs lieben, ist die Tiefe der Charaktergestaltung atemberaubend. Die Art und Weise, wie Waffen, Rüstungssets und Schutzgeister zusammenwirken, ermöglicht Tausende einzigartiger Kombinationen. Ob du nun einen Charakter mit giftgetränkten Ninja-Werkzeugen oder einen schweren Samurai, der bei jeder Parade heilt, erstellen möchtest – das Spiel macht es möglich.
Das Beutesystem ist ganz klar auf „New Game+“ ausgelegt. Beim ersten Durchspielen kommt man meist gut zurecht, wenn man die „Auto-Equip“-Taste nutzt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sobald man jedoch das Endgame erreicht hat, wird die Jagd nach ätherischen Beutegegenständen und perfekten Wertungswürfen zum Hauptreiz des Spiels.
Auch das Transmog-System (Umgestaltung) ist wieder dabei und besser denn je – so musst du nicht wie ein Haufen zusammengewürfelten Altmetalls aussehen, nur um deine Werte hoch zu halten.
Mein Gesamtfazit zu „Nioh 3“ – Eine Meisterleistung im Design von Fortsetzungen
„Nioh 3“ ist eine triumphale Weiterentwicklung, die es schafft, an Umfang zu gewinnen, ohne dabei ihre Seele zu verlieren. Es ist ein dichtes, anspruchsvolles und letztendlich brillantes Erlebnis, das neue Maßstäbe dafür setzt, wie sich Kämpfe in einem modernen Rollenspiel anfühlen sollten.
Auch wenn es bei den Übergängen in der offenen Welt gelegentlich zu kleinen Leistungseinbußen kommt, machen die schiere Qualität des Dual-Kampfsystems und die Bosskämpfe das Spiel zu einer klaren Empfehlung.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✅ „Dual Path“ ist die beste Kampfmechanik des Genres ✅ Riesige Welt mit tiefgründiger japanischer Mythologie und vertikaler Ausgestaltung ✅ Hervorragende Tools für automatische Ausrüstungszuweisung und Beuteverwaltung ✅ Einige der kreativsten Bosskämpfe seit Jahren | ❌ Leichte Einbrüche bei der Bildrate in ressourcenintensiven „Spirit Realm“-Zonen ❌ Die Geschichte kommt erst nach einer Weile richtig in Gang ❌ Bestimmte Ninja-Werkzeuge wirken zu Beginn etwas übermächtig |
Ideal für: Spieler, die sich nach tiefgehenden Kampfsystemen und dem „Noch-ein-Boss“-Prinzip sehnen.
Weniger geeignet für: Spieler, die das langsamere, atmosphärischere Tempo traditioneller Soulslikes bevorzugen.